OpenClaw begeistert die Tech-Welt – aktuell knapp 200.000 GitHub-Sterne, und täglich werden es mehr. Das Open-Source-Projekt stellt eine einfache Frage: Was passiert, wenn man ein LLM einfach machen lässt?
Die Antwort beeindruckt. Ein KI-Assistent, der E-Mails schreibt, im Netz recherchiert und eigenständig handelt. Der Aufgaben über Tage verfolgt und von selbst aktiv wird. Wir haben es ausprobiert, auf einem isolierten Server, getrennt von unseren Systemen.
OpenClaw ist ein Experiment – aber eines, das zeigt, wohin die Reise geht. Wer das Potenzial nutzen will, muss zwei Themen verstehen.
Solange ein Mensch ein KI-System fragt und die Antwort selbst liest, bleibt Prompt Injection lästig. Das System sagt mal was Wirres – ärgerlich, aber harmlos.
Bei autonomen Systemen sieht das anders aus. OpenClaw liest eine eingehende Mail, interpretiert sie, formuliert eine Antwort und schickt sie ab – ohne Rückfrage. Manipulierte Eingaben können das System dazu bringen, Daten zu verschicken oder Aktionen auszulösen, die niemand beabsichtigt hat.
Das ist kein Grund zu verzichten, aber ein Grund, genau hinzuschauen. Wer autonome KI einsetzt, braucht klare Grenzen für das, was ein Agent allein entscheiden darf – und Kontrolle bei allem, was darüber hinausgeht.
KI-Systeme sind zufallsbasiert. Gleiche Eingabe, anderes Ergebnis – das ist kein Bug, sondern das Prinzip.
OpenClaw zeigt, was damit möglich wird: Systeme, die Routineaufgaben übernehmen, Follow-ups erledigen und Informationen aufbereiten. Darin liegt ein enormer Hebel.
Aber wo liegt die Grenze? Darf das System eigenständig Kunden antworten, Berichte versenden, Bestellungen vorbereiten? Jedes Unternehmen wird diese Grenze anders ziehen. Aber jedes muss sie ziehen, und zwar bewusst. Das ist keine technische Aufgabe, sondern eine der wichtigsten Kulturfragen der nächsten Jahre. Wer sie früh beantwortet, setzt KI schneller und sicherer ein als der Wettbewerb.
Autonome KI-Agenten kommen. Wer die Technologie versteht, wird sie nutzen. Wer Prompt Injection versteht, baut sicherere Systeme. Wer die Autonomiefrage beantwortet, schafft Vertrauen – intern wie extern. Technologie verstehen ist der Schlüssel zu verantwortungsvollem Einsatz.
Eines aber ist klar: OpenClaw gehört heute nicht auf einen Firmenrechner – nicht mit Firmendaten und nicht mit Zugang zu internen Systemen. Es ist ein Experiment, und genau so sollte man es behandeln.
Bei neunzehn innovations begleiten wir Unternehmen auf dem Weg vom Experiment zur sicheren GenAI-Lösung. Nicht mit Theorie, sondern mit Lösungen, die Chancen nutzen und Risiken von Anfang an mitdenken.
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