Forschung wird konkret: neunzehn entwickelt KI-Prototyp für die Suchttherapie
30. Juli 2026
Wie können Virtual Reality und generative KI die Behandlung von Menschen mit Alkoholabhängigkeit unterstützen? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt VITAACue-AUD.
Beteiligt sind das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, die Universität Mannheim, das Universitätsklinikum Freiburg, das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit und neunzehn innovations als technischer Entwicklungspartner. Gefördert wird das Projekt durch die Hetzler Stiftung für Suchtforschung und -prävention.
Bei der sogenannten Expositionstherapie setzen sich Patientinnen und Patienten in einem geschützten Rahmen gezielt mit Situationen auseinander, die bei ihnen das Verlangen nach Alkohol auslösen können. In der virtuellen Realität lassen sich solche Situationen realitätsnah und zugleich kontrolliert darstellen – etwa in einer Wohnung oder einer Gaststätte.
Im Forschungsprojekt wird ein virtueller Therapieassistent entwickelt und technisch erprobt. Er begleitet die Übung sprachlich, stellt Fragen und führt durch die einzelnen Phasen. Dabei soll er flexibel auf die jeweilige Situation reagieren, sich aber gleichzeitig eng an therapeutische Vorgaben halten.
Unser Beitrag: ein LLM-basierter Prototyp
neunzehn innovations entwickelt den Prototyp für den sprachbasierten Assistenten. Im Hintergrund arbeitet ein Large Language Model, kurz LLM.
Anders als ein gewöhnlicher Chatbot soll das System jedoch kein möglichst offenes Gespräch führen. Es folgt einem klar definierten Ablauf und erhält für jede Phase der Übung eigene Anweisungen. So soll es natürlich auf Eingaben reagieren und gleichzeitig innerhalb enger fachlicher und sicherheitsrelevanter Grenzen bleiben.
Genau darin liegt für uns der besondere Reiz des Projekts. Unsere Arbeit ist grundsätzlich anwendungsbezogen. Das bedeutet aber nicht, dass sie erst dort beginnt, wo die Forschung bereits abgeschlossen ist.
Gerade Forschung braucht Prototypen.
Erst an einem funktionierenden System lässt sich untersuchen, welche Ideen tragen, wo technische Grenzen liegen und welche Fragen vor einem möglichen praktischen Einsatz noch beantwortet werden müssen.
Das Projekt prüft daher noch nicht, ob der virtuelle Therapieassistent die Behandlung tatsächlich verbessert. Zunächst geht es um technische Machbarkeit, Bedienbarkeit, Sicherheit und die Einbindung in therapeutische Abläufe. Auch klinische Fachleute und Menschen mit eigener Erfahrung einer Alkoholabhängigkeit werden in die Entwicklung und Bewertung einbezogen.
Der veröffentlichte Preprint beschreibt das Studiendesign und den aktuellen Stand des Prototyps. Er bildet die Grundlage für die weitere Entwicklung und spätere klinische Untersuchungen.
(Das Artikelbild ist vom KI-Modell FLUX.2 max von Black Forest Labs generiert.)
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